
PVC ist heute auf dem Fenster-Markt in der Westschweiz weit verbreitet (47 % der in der Schweiz eingebauten Fenster). Dennoch ist sein Image nach wie vor umstritten, insbesondere bei bestimmten Entscheidungsträgern.
Warum stößt ein so häufig verwendetes Material weiterhin auf Vorbehalte? Welche Wahrnehmungen bestehen weiterhin und in welchen Bereichen sind die Diskrepanzen zwischen Verwendung und Überzeugung am größten?
Um diese Fragen sachlich zu beleuchten, hat Domofen eine Studie unter Fachleuten aus der Baubranche in der Westschweiz durchgeführt.
Zwischen September und Dezember 2025 wurden 185 verwertbare Antworten gesammelt von:
Das Ziel bestand nicht darin, ein Material zu verteidigen, sondern die tatsächlichen Wahrnehmungen von PVC zu verstehen, die anhaltenden Hindernisse zu identifizieren und die Entscheidungslogik der einzelnen Berufsgruppen zu analysieren.
Diese Studie zielt darauf ab, eine Debatte zu objektivieren, die oft von individuellen Erfahrungen, Verschreibungsgewohnheiten und Vorurteilen geprägt ist.
In der Stichprobe geben 87,6 % der befragten Fachleute an, PVC in ihren Projekten zu verwenden. Diese Zahl bestätigt die Etablierung des Materials auf dem Westschweizer Markt.
Die Studie zeigt jedoch auch, dass die Verwendung pragmatisch bleiben kann, ohne systematisch gefordert und übernommen zu werden: PVC wird aufgrund seiner technischen Leistungsfähigkeit oder seiner wirtschaftlichen Positionierung ausgewählt, ohne immer als Überzeugung zu gelten.
Mit anderen Worten: Akzeptanz bedeutet nicht unbedingt Zustimmung.
Einer der auffälligsten Unterschiede betrifft die Wahrnehmung von Schweißnähten. In diesem Punkt ist der Unterschied zwischen Kunden und Nicht-Kunden am deutlichsten, und noch deutlicher zwischen Architekten und Verlegern.
Dieses Ergebnis zeigt, dass es sich hierbei nicht nur um eine technische Frage handelt: Es geht auch umdas Image, die wahrgenommene Wiedergabe und die visuelle Integration (Winkel, Feinheit, Homogenität).
Die Studie zeigt auch eine Diskrepanz zwischen bestimmten Kritikpunkten, die historisch mit Standardproduktreihen verbunden sind, und der Unkenntnis über die jüngsten Entwicklungen (präzisere Montage, verbesserte Oberflächen).
Die Umweltauswirkungen von PVC sind nach wie vor ein sensibles Thema. Ein Teil der Befragten äußerte erhebliche Bedenken hinsichtlich seines CO2-Fußabdrucks.
Die Daten aus vergleichendenLebenszyklusanalysen (LCA) führen jedoch zu einer differenzierteren Betrachtung, insbesondere im Hinblick auf Aluminium über den gesamten Lebenszyklus.
Die Studie verdeutlicht eine Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und verfügbaren technischen Daten. Diese Diskrepanz unterstreicht die Bedeutung klarer und aktueller Informationen, um fundierte Entscheidungen treffen zu können.
Die Studie bestätigt, dass sich die Prioritäten je nach Rolle des Fachmanns unterscheiden:
Die Energieeffizienz wird heute weitgehend als Standard angesehen. Die Debatte verlagert sich zunehmend auf das Image, die architektonische Kohärenz und die wahrgenommene Glaubwürdigkeit des Materials.
Aus der Analyse ergibt sich eine strukturierende Erkenntnis: Ein erheblicher Teil der geäußerten Erwartungen entspricht Lösungen, die bereits auf dem Markt verfügbar sind.
Das Hindernis ist also nicht nur technologischer Natur. Es hängt auch mit der Sichtbarkeit von Innovationen, konkreten Referenzen und der Verbreitung aktueller Informationen zusammen.
Die Studie zeigt außerdem, dass eine Mehrheit der Fachleute offen dafür ist, ihre Sichtweise auf der Grundlage von Fakten und konkreten Beispielen zu ändern.
Das Weißbuch enthält alle Ergebnisse, Queranalysen und identifizierte Wahrnehmungsprofile.